Ivo Hauptmann

Ivo Hauptmann (1886 -1973), ältester Sohn des Dichter und Dramatikers Gerhart Hauptmann, aus der Ehe mit der Kaufmannstochter Marie Thienemann, verbrachte seine Kindheit in Erkner bei Berlin und in Schreiberhau im Riesengebirge. Nach der Trennung der Eltern (1894) lebte er mit seinen beiden Brüdern bei der Mutter in Dresden. Dennoch blieb eine lebenslange, sehr enge Verbindung zum Vater bestehen, der die künstlerische Entwicklung des ältesten Sohnes unterstützte und interessiert verfolgte. Durch den Freundeskreis seiner Eltern kam Ivo Hauptmann früh in Kontakt mit zahlreichen avantgardistischen Künstlern der Jahrhundertwende, darunter Walter Leistikow, Ludwig van Hoffmann, Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Klinger und dem jungen Otto Mueller.

Ivo Hauptmann

Bartnelkenstrauss, um 1907, Öl auf Leinwand, 63 x 53,5 cm

Ivo Hauptmann

Sitzender weiblicher Akt, um 1906, Öl auf Leinwand, 64,3 x 77 cm

Ivo Hauptmann

Stehender weiblicher Akt, um 1906, Öl auf Leinwand, 64,3 x 77 cm

Ivo Hauptmann

Sitzender weiblicher Akt, um 1906, Öl auf Leinwand, 64,3 x 77 cm

Ivo Hauptmann

Schloss in einem Park, um 1908/09, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm

Ivo Hauptmanns Kunststudium begann 1903 mit einem kurzen Aufenthalt an der Academie Julian in Paris und wurde bei Lovis Corinth in Berlin (1903/04) und Ludwig van Hoffmann in Weimar (1904/08) fortgesetzt.

Ivo Hauptmann

Französische Landschaft (bei Camaret), 1909, Öl auf Leinwand

In Weimar lernte Ivo Hauptmann die Studienfreunde Hans Arp und Otto Illies sowie die Meisterschülerin Henry van de Veldes, Erica von Scheel, kennen und begegnete u. a. Henry van de Velde, Harry Graf Kessler, Maurice Denis und Edvard Munch. Anfang 1909 zog es Hauptmann erneut nach Paris und er besuchte dort für kurze Zeit (1909/10) die Academie Ranson, an der auch die Nabis, Paul Serusier und Maurice Denis, unterrichteten. Während der Pariser Zeit entstanden Freundschaften u.a. zu Pierre de la Fesnaye, Othon Friesz, Aristide Maillol, Rainer Maria Rilke, Auguste Rodin und vor allem Paul Signac.

Ivo Hauptmann

Grosse Eva, 1920, Öl auf Leinwand, 116 x 148 cm, sig. und dat. u.r.

Ivo Hauptmann

Mädchen am Meer, 1921, Öl auf Leinwand, 92,5 x 65,4 cm, sig. und dat. u.r.

Unter dem Einfluss Signacs wandte sich Hauptmann dem Neo-Impressionismus zu, wurde Mitglied der Societe des Artistes Independantes und zwar zwischen 1910 und Anfang der 20er Jahre der wichtigsten Vertreter des Neo-Impressionismus in Deutschland.

Ivo Hauptmann

Elbe bei Loschwitz, 1921, Öl auf Leinwand

Ivo Hauptmann

Landschaft mit Kühen, 1922, Öl auf Leinwand

Ivo Hauptmann

Spaziergänger an der Elbe, 1926, Öl auf Leinwand

1912 kehrte Hauptmann nach Deutschland zurück und heiratete im gleichen Jahr die langjährige Freundin und Textildesignerin Erica von Scheel.

Ivo Hauptmann

Schiffe im Hafen von Nizza, 1911, Aquarell auf Papier, 28 x 47 cm

Ivo Hauptmann

Ansicht von Cannes, 1911, Aquarell auf Papier, 28 x 47 cm

Ivo Hauptmann

Loschwitz, 1910, Aquarell auf Papier, 28 x 22 cm

Ivo Hauptmann

Pont Neuf, 1910, Aquarell auf Papier, 25,5 x 35,5 cm

Ivo Hauptmann

Pont Neuf, 1911, Aquarell auf Papier, 25 x 18 cm

Ivo Hauptmann

Paris, 1910, Aquarell auf Papier, 25 x 32 cm

Ivo Hauptmann

Paris, 1910, Aquarell auf Papier, 25 x 18 cm

Ivo Hauptmann

Paris, 1910, Aquarell auf Papier, 25 x 18 cm

Ivo Hauptmann

Paris, 1910, Aquarell auf Papier, 25,5 x 35,5 cm

Ivo Hauptmann

Paris, 1910, Aquarell auf Papier, 25 x 18 cm

Mit Ausnahme der Zeit, in der Hauptmann 1915/18 am 1. Weltkrieg teilnehmen musste, lebte er von 1912 bis 1923 in Dresden, Hamburg und Berlin und hatte Kontakte zu Ludwig von Hoffmann, Otto Mueller, Otto Illies, Leopold von Kalckreuth, Richard Dehmel, Hermann Stehr, Julius Meier - Graefe, Oskar Kokoschka, Lotte Reiniger, Max Kruse und vielen anderen.

Ivo Hauptmann

Ostsee mit Segelschiffen, um 1914, Aquarell auf Papier, 31 x 51 cm

Ivo Hauptmann

Schlafende auf Rot, ca.1914, Mischtechnik auf Papier, 46 x 60 cm

Zu Beginn der 20er Jahre orientierte sich Hauptmann in künstlerischer Hinsicht neu und entwickelte sich zu einem namhaften Vertreter des norddeutschen Expressionismus. 1923 nahm er das Angebot des langjährigen Hamburger Freundes Otto Blumenfeld an, zu seiner finaziellen Absicherung in dessen Reederei und Kohlenhandelsfirma, "Bd. Blumenfeld K. G.", als Leiter der Platzhandelsabteilung tätig zu werden, und liess sich entgültig mit seiner Familie in Hamburg nieder. Von da an verfolgte Hauptmann eine erstaunliche doppelte Berufstätigkeit innerhalb der Firma Blumenfeld und als Maler sowie Kunstpolitiker in Hamburg. Es entstanden Freundschaften zu den Künstlern der Hamburger Sezession, u. a. Willem Grimm, Rolf Nesch, Karl Kluth und Emil Maetzel, und 1928 schloss sich Hauptmann der Künstlervereiningung an. Als 1933 das nationalsozialistische Regime den Ausschluss der jüdischen Kollegen aus der Sezesion forderte, setzte Ivo Hauptmann als deren zweiter Vorsitzender die Selbstauflösung der Gruppe durch.

Ivo Hauptmann

Hiddensee I, 1920, Aquarell auf Papier, 33 x 50 cm

Ivo Hauptmann

Abendstimmung an der Ostsee, ca.1920, Aquarell auf Papier, 32 x 50 cm

Zwischen 1933 und 1945 verlor Ivo Hauptmann seine Stelle als Kaufmann und widmete sich sehr zurückgezogen ausschliesslich der Malerei. Nach 1945 gehörte er zu den Künstlern, welche bereits im Jahre 1945 die Hamburger Sezession wiedereröffneten, und beteiligte sich aktiv am Wiederaufbau einer hamburgischen Kunst - und Kulturszene. Dadurch entstanden viele Kontakte und Freundschaften mit bildenden Künstlern, Schriftstellern und Kunsthistorikern, darunter Friedrich Ahlerrs-Hestermann, Fritz Flinte, Willy Haas, Alfred Hentzen, Richard Hülsenbeck, Rolf Italiander, Hans Henny Jahnn, Hans Purrmann, Fritz Kronenberg und Alfred Mahlau. 1946 wurde Hauptmann Dozent für Malerei an der bekannten Landeskunstschule in Hamburg, gehörte 1950 zu den Gründungsmitgliedern der Freien Akademie der Künste Hamburg und war Mitglied oder Vorsitzender zahlreicher Gesellschaften mit Literatur - und Kunstinteressen, darunter der Kulturrat Hamburg, beratender Ausschuss für Bildende Künste zur Ausschaltung des Nationalsozialismus, der Dehmel - Gesellschaft, Gesellschaft für Literatur und Theater Englands, und der Berufsverband Bildender Künstler. Regelmässige Studienreisen führten ihn nach Italien, Frankreich, England und in die Schweiz. Seine Werke waren in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland vertreten, u. a. in Hamburg, Bremen, Duisburg, Berlin, Köln und Wiesbaden.

Ivo Hauptmann

Vase mit Amaryllis, 1950, Öl auf Leinwand, 65 x 54 cm

Ivo Hauptmann

Stilleben mit Birnen und tränenden Herzen, 1943, Öll auf Leinwand, 65 x 54 cm

Ivo Hauptmann

Rotes Haus, 1953, Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm

Ivo Hauptmann

Ascona, 1959, Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm

Ivo Hauptmann

Tulpen in Vase, 1959, Öl auf Leinwand, 72,7 x 92 cm

In seinem letzten Lebensjahrzehnt erhielt Ivo Hauptmann zahlreiche Ehrungen, darunter den Edwin-Scharff Preis. Ivo Hauptmann starb 1973 im Alter von 87 Jahren in Hamburg.