Jupp Linssen wurde 1957 in Kempen am Niederrhein geboren und studierte von 1980-86 Kunst an der RWTH Aachen bei Professor Joachim Bandau. 1987 erhielt er den Förderpreis Bildende Kunst der Stadt Aachen und ist seitdem in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen international vertreten. Nach wie vor hat er sein Atelier in Aachen, lebt aber mit seiner Familie nahe der Grenze in Holland. Materialbilder, Collagen, Assemblagen oder Objektbilder? Jupp Linssens Arbeiten sind all dies, doch nichts davon ausschliesslich und im engsten Sinne. Wie viele Künstler seiner Generation, für die der seit der frühen Moderne - seit Duchamps Readymades, den kubistischen Collagen und Schwitters Merzbildern - praktizierte gestalterische Umgang mit "kunstfremden" Wirklichkeitsfragmenten längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, greift Linssen auf vorgefundene Materialien zurück, die er zum integralen Bestandteil seiner Bildwerke macht. Bei den Fundstücken handelt es sich um "arme" Materialien, Sperrmüllrelikte wie Zinkbleche, alte Holzlatten und Teile anderer ausgedienter Gebrauchsgegenstände. Seine Befindlichkeit zum Material - den verblassten, stumpf gewordenen Blechen, dem verwitterten, ausgelaugten Holz, dem oxydierten Eisen - äussert sich in der material- und texturorientierten Malerei, die die ästhetische Grenze zwischen Vorgefundenem und künstlerisch Hergestelltem bewusst aufhebt. Die schichtweise aufgespachtelte Farbmaterie mit ihrem weisslich-grau-gebrochenen, indifferenten Grundklang hinterlässt einen spröden, zerklüfteten Bildgrund, in dessen farblichem und materiellen Milieu die vernutzten Materialien nicht als Fremdkörper erscheinen, sondern als konstituierende Bestandteile des Bildganzen.

Kompressionsbild, 2005, 178 x 154 cm, Öl/Leinwand

Hälftenbild, 2003, 130 x 180 cm, Öl/Plane/Leinwand

Kompressionsbild, 2004,148 x 128 cm, Öl/Leinwand

Ohne Titel, 2003, 150 x 130 cm, Öl/Zinkblech/Leinwand

Ohne Titel, 2004, 51 x 41 cm, Öl/Zinkblech/Leinwand
