Surrealismus ist eine Richtung der modernen Malerei und Dichtung, die auf Darstellung des Überwirklichen ausgeht. Sie erwuchs aus dem Pariser Dada, von dem sie die rebellische Haltung gegenüber Kunst und Leben (Arp) erbte; im Gegensatz jedoch zur Anarchie Dada's fusste der Surrealismus auf bestimmten theoretischen Prinzipien. Schon 1922 traf sich ein Kreis von Pariser Literaten um Andre Breton, die auf der Suche nach einer neuen Form der Schriftstellerei waren. Dies gipfelte 1924 in dem Surrealistischen Manifest, das folgende Definition gibt: Der Surrealismus ist ein reiner psychischer Automatismus, durch welchen man, sei es mündlich, sei es schriftlich, sei es auf jede andere Weise, den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht.

Louis Soutter Surrealisme 1947

Rene Magritte Flasche 1938/39
Denk-Diktat ohne jede Kontrolle durch die Vernunft, jenseits jeder ästhetischen oder moralischen Überlegung. Es forderte auf zur Erforschung bisher unberührter Zonen der menschlichen Psyche, d.h. des Unbewussten, das sich durch Automatismus und im Traum offenbare. Durch automatistische Techniken sollte der menschliche Geist befähigt werden, die normalen Zwänge der Logik zu sprengen und zu neuen verbalen oder visuellen Vorstellungen zu gelangen, in denen unzusammengehörige Dinge sich in unerwarteten Gegenüberstellungen verkoppeln und eine neue poetische Wirklichkeit erzeugen. Starken Einfluss auf diese Ideen hatte die Psychoanalyse Freuds, vor allem seine Traumdeutung (1900), zu dem auch Breton 1922 gereist war.
Spuren von Surrealismus hat es in der Malerei schon immer gegeben, wofür besonders Hieronymus Bosch zu nennen ist. Das Programm des Surrealismus ist jedoch in der neuzeitlichen Malerei zuerst mit der "Pittura metafisica" des Italieners Giorgio de Chirico 1913 aufgestellt worden.

Richard Oelze Mit der zufälligen Familie 1955

Richard Oelze Landschaft mit Kapelle 1947
Für viele Maler, die sich dem Surrealismus anschlossen, hatte der Automatismus eine befreiende Wirkung. Der Surrealismus weitete sich schnell zu einer internationalen Bewegung mit nationalen Gruppierungen aus und sein fruchtbarer Einfluss wirkt bis in die heutige Kunst fort.

Hans Bellmer Unica 1954

Alberto Giacometti Homme qui marche 1946

Max Ernst Printemps a Paris 1953

Max Ernst Vogel im Wald 1927

Max Ernst Homme 1948/49
